Für Bewerber aus Deutschland, die nach der Lohnvorstellung gefragt werden

Lohnvorstellung formulieren: der eine Satz, an dem am meisten hängt

„Bitte nennen Sie Ihre Lohnvorstellung.“ Ein Halbsatz in der Ausschreibung – und plötzlich sitzen Sie zwei Stunden vor einem leeren Absatz. Zu Recht: Kein anderer Satz Ihrer Bewerbung hat eine so direkte Preisschild-Funktion. Er wird gelesen, verglichen und in eine Zahl übersetzt, bevor irgendjemand Ihren Lebenslauf zu Ende gelesen hat.

Diese Seite liefert den Bauplan dieses Satzes und acht fertige Formulierungen für unterschiedliche Ausgangslagen – zum Übernehmen und Anpassen. Es geht hier ausschließlich um die Formulierung. Wie Sie Ihre Zahl überhaupt bestimmen, was netto übrig bleibt und wie Sie im Gespräch nachlegen, steht beim Lohn in der Schweiz verhandeln.

Kurzantwort: Wie formuliert man die Lohnvorstellung in der Schweiz?

Ein Satz, im letzten Absatz des Motivationsschreibens, mit fünf Bausteinen: Währung (CHF) · Jahreswert · Pensumsbezug · Angabe zum 13. Monatslohn · eine Begründung aus dem Lebenslauf. Beispiel: „Bei einem Pensum von 100 % liegt meine Lohnvorstellung bei CHF 98'000 pro Jahr inklusive 13. Monatslohn – entsprechend meiner acht Jahre in der Akutpflege und der Fachweiterbildung Intensiv.“ Nicht schreiben: Monatsbetrag, Euro, breite Spanne, das Wort „Verhandlungsbasis“ oder eine Begründung mit den eigenen Lebenshaltungskosten.

1 SatzMehr braucht es nicht – und mehr schadet
CHF / JahrNie Euro, nie Monatslohn
13.Immer dazusagen, ob enthalten oder nicht
Nur auf FrageUngefragt genannt = selbst gesetzter Deckel

Müssen Sie überhaupt eine Zahl nennen?

Die erste Frage ist nicht, wie Sie formulieren, sondern ob. Und die Antwort ist erfreulich eindeutig: Sie nennen eine Zahl genau dann, wenn danach gefragt wird. Sonst nicht.

Entscheidungsbaum: Wann nennen Sie eine Lohnvorstellung? Fragt die Ausschreibung nach der Lohnvorstellung? Wenn nein, schreiben Sie keine Zahl. Wenn ja: Gibt es ein Pflichtfeld im Formular? Wenn ja, tragen Sie eine Jahreszahl ein. Wenn nein, formulieren Sie einen Satz im letzten Absatz des Motivationsschreibens. Fragt die Ausschreibung nach der Lohnvorstellung? nein ja Keine Zahl schreiben Ungefragt genannt = Deckel Gibt es ein Pflichtfeld im Online-Formular? nein ja Ein Satz im letzten Absatz des Motivationsschreibens – mit allen fünf Bausteinen Jahreszahl eintragen und die Bausteine ins Schreiben schieben
Drei Wege, drei Formate. Der häufigste Fehler passiert links: eine Zahl, nach der niemand gefragt hat.

Warum die ungefragte Zahl schadet, ist schnell erklärt. Solange keine Zahl im Raum steht, kann das Unternehmen Ihnen ein Angebot machen, das seiner internen Bandbreite entspricht. Sobald Ihre Zahl dasteht, ist sie die Obergrenze – niemand bietet mehr, als gefordert wurde. Sie können mit einer ungefragten Zahl nichts gewinnen und alles verlieren. Genau deshalb liegt der beste Moment fürs Geld später im Verfahren, wie die Zeitachse beim Verhandeln des Schweizer Lohns zeigt.

Umgekehrt gilt: Wird ausdrücklich gefragt und Sie antworten nicht, ist das kein taktischer Sieg, sondern ein Ausschlussgrund. Es wirkt, als hätten Sie die Ausschreibung nicht gelesen – und das ist in einem Markt, in dem Sorgfalt zählt, teurer als jede Zahl. Dieselbe Nüchternheit, die den Schweizer Bewerbungsstil prägt, gilt hier: Frage gestellt, Frage beantwortet, weiter im Text.

Kurz zusammengefasst Gefragt: antworten, in einem Satz. Nicht gefragt: schweigen. Es gibt keine dritte Möglichkeit, die Ihnen einen Vorteil verschafft.

Der Satz in fünf Bausteinen

Jede brauchbare Lohnvorstellung besteht aus denselben fünf Teilen. Fehlt einer, entsteht eine Rückfrage – oder schlimmer: eine falsche Annahme, die niemand mehr korrigiert.

Anatomie eines Lohnvorstellungssatzes mit fünf Bausteinen Der Beispielsatz besteht aus fünf Teilen: Pensumsbezug, Währung, Jahreswert, Angabe zum dreizehnten Monatslohn und einer Begründung aus dem Lebenslauf. Bei einem Pensum von 100 % liegt meine Lohnvorstellung bei CHF 98'000 pro Jahr inklusive 13. Monatslohn – entsprechend meiner acht Jahre in der Akutpflege und der Fachweiterbildung Intensiv. 1 · Pensumsbezug – ohne ihn ist jede Zahl mehrdeutig 2 · Währung – Franken, nie Euro 3 · Jahreswert – nicht der Monatslohn 4 · 13. Monatslohn – enthalten oder nicht? 5 · Begründung – aus dem Lebenslauf, nicht aus dem Bedarf
Der Beispielsatz, zerlegt. Die Zahl selbst ist der kürzeste Teil – und der am wenigsten wichtige.

Warum jeder Baustein da sein muss

Pensum

Jeder Schweizer Lohn wird auf 100 % gerechnet und dann anteilig ausgezahlt. Ohne Pensumsangabe weiß niemand, ob Ihre Zahl der Vollzeitwert ist oder Ihr Wunsch-Auszahlungsbetrag.

Währung

Sie bewerben sich bei einem Schweizer Arbeitgeber. Eine Euro-Zahl zwingt ihn zum Umrechnen – und Umrechnen geht selten zu Ihren Gunsten aus.

Jahreswert

In der Schweiz wird über den Jahreslohn gesprochen. Ein Monatsbetrag verrät die Herkunft und macht die Zahl vergleichsunfähig.

13. Monatslohn

Der Unterschied zwischen „inklusive“ und „zuzüglich“ beträgt rund acht Prozent. Wer ihn offen lässt, verhandelt später über eine Differenz, die er selbst erzeugt hat.

Begründung

Eine Zahl ohne Begründung ist ein Wunsch. Mit Begründung wird sie ein Argument – und Argumente kann man nicht einfach kürzen.

Und der Punkt danach

Nach dem Satz kommt kein weiterer. Jeder Nachsatz relativiert. Der Satz steht allein im Absatz und endet mit einem Punkt.

Die Begründung ist der Baustein, den fast alle weglassen. Sie ist der einzige, der die Zahl verteidigt, wenn Sie nicht im Raum sind – und genau das passiert: Ihr Schreiben wird ohne Sie gelesen und diskutiert. Ein Satz wie „entsprechend meiner acht Jahre in der Akutpflege und der Fachweiterbildung Intensiv“ macht aus einer Forderung eine Einstufung. Voraussetzung ist, dass Ihr Lebenslauf die Begründung auch belegt.

Unterlagen, die Ihre Zahl belegen

Eine Lohnvorstellung hält nur, was der Lebenslauf hergibt: Pensum, Verantwortung, Fachbereich, Referenzen. Wir erstellen Lebenslauf und Motivationsschreiben im Schweizer Standard – als PDF und Word.

Wo der Satz hingehört

Derselbe Inhalt, vier Kanäle, vier Formate. Wer den Motivationsschreiben-Satz in ein Online-Formular kopiert, produziert einen Fehler – und umgekehrt.

Die vier Kanäle und ihre Regeln
KanalFormatDie Regel
MotivationsschreibenEin Satz im letzten Absatz, vor der GrußformelAlle fünf Bausteine. Nicht in den Lebenslauf, nicht in die Betreffzeile, nicht in den ersten Absatz.
Online-Formular mit PflichtfeldNur die Zahl, oft ohne FreitextJahreswert in Franken eintragen. Die Bausteine, die nicht ins Feld passen, wandern ins Schreiben – vor allem der Hinweis auf den 13. Monatslohn.
E-Mail-BewerbungIm Anschreiben, nicht in der MailDie Mail bleibt kurz und verweist auf die Anlage. Die Zahl gehört ins PDF, weil sie dort später wiedergefunden wird.
Telefonisches ErstgesprächGesprochen, mit Rückfrage davorErst zurückfragen: „Welche Bandbreite ist vorgesehen?“ Kommt keine Antwort, nennen Sie Ihre Zahl – und schweigen danach.
Der Klassiker beim Online-Formular: Ein Pflichtfeld „Gehaltsvorstellung“ ohne Einheit und ohne Kommentarmöglichkeit. Tragen Sie den Jahreswert ein, nie einen Monatswert – und schreiben Sie den Zusatz „inklusive 13. Monatslohn“ in das nächste freie Textfeld oder in den letzten Absatz des Schreibens. Wer im Formular einen Monatsbetrag einträgt, weil das Feld so klein aussieht, produziert eine Zahl, die um den Faktor dreizehn danebenliegt.

Für das Motivationsschreiben selbst gilt: Der Lohnsatz ist der vorletzte Gedanke, nicht der Aufhänger. Er steht nach Ihrer Argumentation und vor dem Schlusssatz. Wie das Schreiben insgesamt aufgebaut wird, erklären die Seiten zum Motivationsschreiben Schweiz und zum Anschreiben für die Schweiz.

Acht fertige Formulierungen

Zum Übernehmen und Anpassen. Die Zahlen sind Platzhalter – setzen Sie Ihren eigenen, recherchierten Korridor ein. Was Sie übernehmen sollen, ist die Bauform des Satzes.

1 · Standardfall, Vollzeit

„Bei einem Pensum von 100 % liegt meine Lohnvorstellung bei CHF 98'000 pro Jahr inklusive 13. Monatslohn – entsprechend meiner acht Jahre in der Akutpflege und der Fachweiterbildung Intensiv.“

Warum das wirkt: Alle fünf Bausteine, ein Satz, keine Weichmacher. Die Begründung kommt aus dem Lebenslauf und ist überprüfbar.

2 · Teilzeit / reduziertes Pensum

„Für die ausgeschriebenen 80 % entspricht meine Lohnvorstellung CHF 78'400, ausgehend von CHF 98'000 auf 100 % inklusive 13. Monatslohn.“

Warum das wirkt: Sie nennen beide Werte. Damit kann Ihr Gegenüber nachrechnen, ohne zu raten – und Sie zeigen, dass Sie das Prozentsystem verstanden haben. Gerade in der Pflege sind Pensen unter 100 % der Normalfall, nicht die Ausnahme.

3 · Ohne Schweizer Berufserfahrung

„Meine Lohnvorstellung liegt bei CHF 85'000 pro Jahr inklusive 13. Monatslohn. Sie orientiert sich an den Bandbreiten vergleichbarer Stellen in der Region und an meinen sechs Jahren als Schichtführer in der Lebensmittelproduktion.“

Warum das wirkt: Der Verweis auf regionale Bandbreiten nimmt den Verdacht weg, Sie hätten Ihren deutschen Lohn umgerechnet. Die weiteren Argumente für diese Ausgangslage stehen bei der Bewerbung ohne Schweizer Berufserfahrung.

4 · Berufseinstieg oder Wechsel des Fachgebiets

„Meine Lohnvorstellung liegt bei CHF 72'000 pro Jahr inklusive 13. Monatslohn. Da ich im Bereich Qualitätssicherung neu einsteige, ist mir die Einarbeitung wichtiger als der Einstiegslohn – über die Einstufung nach der Probezeit spreche ich gerne zu einem späteren Zeitpunkt.“

Warum das wirkt: Sie senken die Erwartung, ohne sich billig zu machen, und setzen im selben Atemzug den nächsten Termin. Der zweite Halbsatz ist der eigentliche Trick – er verwandelt einen niedrigen Start in eine Etappe. Für den ersten Schritt insgesamt: erste Bewerbung in die Schweiz.

5 · Wenn eine Bandbreite verlangt wird

„Meine Lohnvorstellung liegt zwischen CHF 95'000 und CHF 100'000 pro Jahr inklusive 13. Monatslohn, abhängig vom Verantwortungsumfang der Stelle.“

Warum das wirkt: Wenn ausdrücklich nach einer Spanne gefragt wird, geben Sie eine – aber eine schmale, unter fünf Prozent, mit einer Bedingung als Begründung. Jede breitere Spanne wird an ihrer Untergrenze gelesen.

6 · Befristete Stelle oder Temporäreinsatz

„Für die auf zwölf Monate befristete Position liegt meine Lohnvorstellung bei CHF 102'000 pro Jahr inklusive 13. Monatslohn. Gerne bespreche ich mit Ihnen, wie Sie mit Verlängerungen umgehen.“

Warum das wirkt: Eine Befristung rechtfertigt eine höhere Zahl – das Risiko liegt bei Ihnen. Der zweite Satz eröffnet nebenbei das Thema Verlängerung, das auch die Dauer der Grenzgängerbewilligung G bestimmt.

7 · Wenn Sie die Zahl noch nicht nennen wollen

„Meine Lohnvorstellung richtet sich nach dem Verantwortungsumfang, den wir im Gespräch klären. Als Orientierung: Ich bewege mich im Bereich der Bandbreiten, die für vergleichbare Positionen in der Region ausgeschrieben sind.“

Warum das riskant ist: Wurde ausdrücklich nach einer Zahl gefragt, ist das eine Ausweichantwort – und sie kostet Sympathie, ohne Ihnen Spielraum zu verschaffen. Nur brauchbar, wenn die Ausschreibung nach der „Vorstellung“ fragt, ohne eine Zahl zu verlangen. Im Zweifel: Zahl nennen.

8 · Pflichtfeld im Online-Formular

Feld „Lohnvorstellung“: 98000 — und im Schreiben: „Die im Formular genannte Lohnvorstellung von CHF 98'000 versteht sich als Jahreslohn bei 100 % inklusive 13. Monatslohn.“

Warum das wirkt: Das Formular bekommt die nackte Zahl, das Schreiben liefert die Bausteine nach. So kann die Zahl nicht als Monatswert missverstanden werden – der häufigste Formularfehler überhaupt.

Kurz zusammengefasst Acht Varianten, eine Bauform. Tauschen Sie Zahl, Pensum und Begründung – nicht die Struktur. Und prüfen Sie vor dem Absenden, ob Ihr Lebenslauf die Begründung wirklich trägt; die Systematik dafür steht beim Lebenslauf für Grenzgänger.

Was Sie nicht schreiben sollten

Vier Formulierungen, die in fast jeder deutschen Bewerbung vorkommen – und in der Schweiz jedes Mal Geld kosten.

Formulierungen im direkten Vergleich
Besser vermeidenWirkt in der SchweizWarum
„Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 5.500 Euro brutto monatlich.“ „Bei einem Pensum von 100 % liegt meine Lohnvorstellung bei CHF 98'000 pro Jahr inklusive 13. Monatslohn.“ Falsche Währung, falsche Einheit, kein Pensumsbezug. Drei Signale in einem Satz, dass die Schweizer Praxis unbekannt ist.
„Mein Wunschgehalt beträgt CHF 90'000 – 110'000, Verhandlungsbasis.“ „Meine Lohnvorstellung liegt bei CHF 105'000, abhängig von Verantwortungsumfang und Pensum.“ Eine Spanne von 20 % wird am unteren Ende gelesen. Und „Verhandlungsbasis“ sagt: Ich meine meine eigene Zahl nicht ernst.
„Über das Gehalt spreche ich gerne persönlich.“ (obwohl gefragt) „Gerne nenne ich Ihnen wie gewünscht meine Lohnvorstellung: CHF 98'000 bei 100 %.“ Ausweichen auf eine direkte Frage wirkt taktisch, kostet Sympathie und verschafft keinen Spielraum.
„Angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und der Fahrtkosten benötige ich …“ „Die Zahl entspricht meiner Erfahrung von acht Jahren in der Akutpflege und der Fachweiterbildung Intensiv.“ Ihr Bedarf ist kein Argument – er ist das Problem Ihres Haushalts, nicht das des Arbeitgebers. Ihr Beitrag ist ein Argument.
Der teuerste Halbsatz der deutschen Bewerbungssprache: „…aber da lässt sich sicher reden.“ Er kommt aus Höflichkeit und wird als Preisnachlass gelesen. Streichen Sie ihn ersatzlos. Dasselbe gilt für „idealerweise“, „im Bereich von“ und „ungefähr“ – jedes dieser Wörter zieht Ihre Zahl nach unten, ohne dass jemand darum gebeten hätte.

Auffällig ist, dass keiner dieser Fehler fachlicher Natur ist. Es sind Übertragungen aus einem System, in dem der Lohn ohnehin in einer Tabelle steht und Verhandeln als unfein gilt. Weitere Muster, an denen Bewerbungen aus Deutschland erkennbar werden, sammeln die Unterschiede zwischen deutscher und Schweizer Bewerbung und die typischen Fehler.

Den Satz nicht selbst schreiben müssen

Senden Sie uns Ihre vorhandenen Unterlagen und die Zielstelle – inklusive Ihrer Lohnvorstellung, wenn die Ausschreibung danach fragt. Wir formulieren sie mit.

Drei Fälle aus der Praxis

Die Namen sind erfunden, die Konstellationen nicht.

Andrea Kessler, 38 – Sachbearbeiterin Debitoren
Wohnhaft in Weil am Rhein · bewirbt sich bei einem Handelsunternehmen in Basel

Was sie schreibt: „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 4.800 Euro brutto im Monat.“ Sie hat ihren deutschen Lohn genommen, zehn Prozent aufgeschlagen und den Betrag hingeschrieben.

Was ankommt: Der Leser rechnet um, landet bei ungefähr CHF 55'000 im Jahr und wundert sich – die Stelle ist mit deutlich mehr budgetiert. Er hält sie für unterqualifiziert oder für jemanden, der den Markt nicht kennt. Beides ist ein Nachteil, und sie erfährt nie davon.

Die Korrektur: Erst den Korridor recherchieren, dann in Franken und Jahreswerten denken. Ihr Satz hätte lauten müssen: „Bei einem Pensum von 100 % liegt meine Lohnvorstellung bei CHF 82'000 pro Jahr inklusive 13. Monatslohn – entsprechend meiner elf Jahre in der Debitorenbuchhaltung.“ Wie man den Korridor bestimmt, steht beim Lohn verhandeln; die branchenspezifischen Punkte bei der Bewerbung im kaufmännischen Bereich.

Patrick Lorenz, 45 – Elektroniker
Wohnhaft in Waldshut · Online-Bewerbung bei einem Industriebetrieb im Aargau

Was er tut: Das Bewerbungsportal hat ein Pflichtfeld „Lohnvorstellung“, ein schmales Kästchen ohne Einheit. Er trägt 7500 ein – gedacht als Monatslohn.

Was ankommt: Das System liest CHF 7'500 als Jahreslohn. Seine Bewerbung landet in einem Filter, in dem niemand nachdenkt, sondern sortiert wird. Der Fehler fällt nie auf, weil ihn niemand anruft, um ihn zu klären.

Die Korrektur: Im Formular immer den Jahreswert eintragen – hier also 97500 – und den Zusatz „Jahreslohn bei 100 % inklusive 13. Monatslohn“ in das nächste Freitextfeld oder ins Schreiben schieben. Ein Feld ohne Einheit ist im Zweifel ein Jahresfeld. Diese Umstellung auf Jahres- statt Monatswerte gehört zu den ersten Punkten bei deutsche Bewerbung anpassen.

Sonja Reiter, 31 – Marketing-Projektleiterin
Wohnhaft in Konstanz · Bewerbung bei einer Agentur in Zürich

Was sie schreibt: Der Satz sitzt – CHF 105'000, Pensum genannt, 13. geklärt. Dann folgt: „…aber ich bin da flexibel und freue mich in erster Linie auf die Aufgabe.“

Was ankommt: Der zweite Halbsatz löscht den ersten. Aus einer begründeten Einstufung wird ein Vorschlag, über den man reden kann. Das Angebot kommt bei CHF 96'000 – und sie nimmt an, weil sie selbst signalisiert hat, dass die Zahl beweglich ist.

Die Korrektur: Nach der Zahl kommt ein Punkt. Freude über die Aufgabe gehört in den Absatz davor, nicht hinter die Forderung. Dieselbe Regel gilt mündlich – wer nach der Zahl schweigt, gewinnt; die Details dazu stehen beim Vorstellungsgespräch in der Schweiz. Der Arbeitsweg nach Zürich hätte im Übrigen ein eigenes Argument geliefert, siehe Arbeiten in Zürich.

Das Muster hinter allen drei Fällen: Keiner scheitert an der Höhe seiner Forderung. Alle drei scheitern an Form, Einheit oder einem Nachsatz. Die Zahl war jedes Mal in Ordnung.

Was nach dem Satz passiert

Der Satz ist abgeschickt, und jetzt? Drei Szenarien decken fast alles ab.

Einladung, keine Reaktion auf die Zahl

Der Normalfall und ein gutes Zeichen: Ihre Zahl liegt in der internen Bandbreite. Sprechen Sie das Thema im Gespräch nicht von sich aus an – Sie haben geliefert, jetzt ist das Haus dran.

Rückfrage zur Zahl

Auch gut. Es heißt, man will Sie, muss aber am Betrag arbeiten. Fragen Sie nach der Begründung der Einstufung, bevor Sie sich bewegen.

Keine Reaktion

Muss nichts mit der Zahl zu tun haben – die meisten Absagen haben andere Gründe. Wie Sie das auseinanderhalten, steht bei Absage nach der Bewerbung.

Wichtig für Ihre Nerven: Eine Lohnvorstellung, die zu hoch war, führt in der Schweiz selten zur sofortigen Absage. Häufiger kommt ein Gegenvorschlag. Das ist der eigentliche Unterschied zum deutschen Reflex, aus Angst vor dem Ausschluss lieber zu tief zu gehen. Wer sich in der Nachfrage sicher fühlen darf, sieht das an der Ausgangslage: Der Bedarf an deutschen Fachkräften in der Schweiz ist in vielen Branchen strukturell, nicht konjunkturell – und das verschiebt die Verhandlungsposition, wie der Schweizer Arbeitsmarkt für Deutsche im Detail zeigt.

Kurz zusammengefasst Keine Reaktion auf Ihre Zahl heißt meistens: passt. Eine Rückfrage heißt: man will Sie. Nur Schweigen auf die ganze Bewerbung sagt gar nichts über den Lohn aus.

Typische Formulierungsfehler

Der vorletzte Punkt ist unterschätzt: Wer im Formular 98000 einträgt und im Schreiben CHF 95'000 nennt, produziert einen Widerspruch, den ein sorgfältiger Leser bemerkt – und Sorgfalt ist genau das, was hier bewertet wird. Prüfen Sie beide Werte gegeneinander, bevor Sie absenden. Die formalen Konventionen drumherum stehen bei den Schweizer Bewerbungsregeln.

Checkliste vor dem Absenden

Kurz zusammengefasst Elf Punkte, zehn Minuten. Wenn Sie den Satz nicht selbst formulieren möchten, finden Sie den Ablauf bei der professionellen Bewerbung. Weitere Themen rund um den Wechsel sammelt der Ratgeber Schweiz.

Transparenz: Wofür diese Seite gedacht ist – und wofür nicht

Für wen ist diese Seite geeignet?
Für Bewerberinnen und Bewerber mit Wohnsitz in Deutschland, die sich bei einem Schweizer Arbeitgeber bewerben und in der Ausschreibung, einem Online-Formular oder einem Erstgespräch nach ihrer Lohnvorstellung gefragt werden.
Was wird hier erklärt?
Ob und wann eine Zahl genannt werden sollte, aus welchen fünf Bausteinen ein brauchbarer Lohnvorstellungssatz besteht, wie er sich je nach Kanal unterscheidet, acht ausformulierte Varianten für unterschiedliche Ausgangslagen sowie die Formulierungen, die in der Schweiz regelmäßig schaden.
Welchen Nutzen haben Sie davon?
Sie können den Satz für Ihre Situation in wenigen Minuten selbst zusammensetzen und wissen, welche Wörter Sie streichen müssen, damit Ihre Zahl nicht vorab entwertet wird.
Was wird bewusst nicht angeboten?
Keine Lohntabellen, keine Angaben zu erreichbaren Beträgen und keine Einschätzung, ob eine bestimmte Zahl für eine bestimmte Stelle angemessen ist. Keine Steuer-, Sozialversicherungs-, Renten- oder Rechtsberatung. Keine Stellenvermittlung und keine Zusicherung von Einladungen, Einstellungen oder Lohnhöhen. Alle Beträge und Namen in den Beispielen sind erfunden und dienen ausschließlich der Veranschaulichung der Satzform.
Wo liegen die Grenzen der Informationen?
Lohnniveaus, Zulagen und die Handhabung des 13. Monatslohns unterscheiden sich nach Kanton, Branche, Betriebsgröße und Einzelfall erheblich und verändern sich laufend. Ob ein Gesamtarbeitsvertrag greift und was er festlegt, ist im Einzelfall zu prüfen. Ihre Zahl müssen Sie selbst recherchieren – diese Seite liefert die Form, nicht den Inhalt.

Häufige Fragen zur Lohnvorstellung

Wie formuliere ich meine Lohnvorstellung für eine Schweizer Bewerbung?
In einem Satz mit fünf Bausteinen: Pensumsbezug, Währung in Franken, Jahreswert, Angabe zum 13. Monatslohn und eine Begründung aus dem Lebenslauf. Beispiel: „Bei einem Pensum von 100 % liegt meine Lohnvorstellung bei CHF 98'000 pro Jahr inklusive 13. Monatslohn – entsprechend meiner acht Jahre in der Akutpflege.“ Der Satz gehört in den letzten Absatz des Motivationsschreibens.
Muss ich die Lohnvorstellung immer angeben?
Nein, nur wenn die Ausschreibung ausdrücklich danach fragt. Wird nicht gefragt, nennen Sie keine Zahl: Eine ungefragt genannte Lohnvorstellung ist die Obergrenze, über die niemand hinausgeht. Wird gefragt und Sie antworten nicht, ist das dagegen ein Ausschlussgrund – es wirkt, als hätten Sie die Ausschreibung nicht gelesen.
Jahreslohn oder Monatslohn – was nennt man in der Schweiz?
Den Jahreslohn in Schweizer Franken. Ein Monatsbetrag ist in der Schweiz unüblich, zwingt Ihr Gegenüber zum Umrechnen und verrät, dass die Schweizer Praxis unbekannt ist. Nennen Sie zusätzlich das Pensum, weil jeder Lohn auf 100 Prozent gerechnet und dann anteilig ausgezahlt wird.
Muss ich den 13. Monatslohn in der Lohnvorstellung erwähnen?
Ja. Ob ein Betrag den 13. Monatslohn enthält oder nicht, macht rund acht Prozent aus. Wer das offen lässt, verhandelt später über eine Differenz, die er selbst erzeugt hat. Schreiben Sie „inklusive 13. Monatslohn“ oder „zuzüglich 13. Monatslohn“ direkt hinter die Zahl.
Soll ich eine Gehaltsspanne angeben oder eine feste Zahl?
Eine feste Zahl mit einer Bedingung ist stärker: „CHF 105'000, abhängig von Verantwortungsumfang und Pensum.“ Eine Spanne wird immer am unteren Ende gelesen – alles darüber haben Sie verschenkt. Wenn ausdrücklich nach einer Bandbreite gefragt wird, halten Sie sie unter fünf Prozent.
Wo im Motivationsschreiben steht die Lohnvorstellung?
Im letzten Absatz, vor der Grußformel – nicht in der Betreffzeile, nicht im ersten Absatz und nicht im Lebenslauf. Ein Satz genügt. Nach dem Satz folgt kein Nachsatz: Jede Relativierung senkt die Zahl, bevor überhaupt jemand darüber gesprochen hat.
Was trage ich in ein Online-Formular mit Pflichtfeld ein?
Den Jahreswert in Franken, ohne Punkt und ohne Währungszeichen, also zum Beispiel 98000. Felder ohne Einheit sind im Zweifel Jahresfelder. Den Zusatz „Jahreslohn bei 100 % inklusive 13. Monatslohn“ schreiben Sie in das nächste Freitextfeld oder ins Motivationsschreiben. Prüfen Sie, dass Formularwert und Schreibenwert übereinstimmen.
Darf ich meine Lohnvorstellung mit den Lebenshaltungskosten begründen?
Besser nicht. Ihr Bedarf ist kein Argument für den Arbeitgeber – Ihr Beitrag schon. Begründen Sie die Zahl mit Berufserfahrung, Verantwortung, Fachweiterbildungen oder Spezialkenntnissen. Fahrtkosten, Wechselkurs und Krankenversicherung sind Ihre Rechnung, nicht seine.
Ist „Verhandlungsbasis“ eine gute Formulierung?
Nein. Das Wort sagt im selben Satz, dass Sie Ihre eigene Zahl nicht ernst meinen. Dasselbe gilt für „idealerweise“, „ungefähr“, „im Bereich von“ und den Nachsatz „aber da lässt sich sicher reden“. Streichen Sie diese Wörter ersatzlos – die Zahl steht für sich.
Was passiert, wenn meine Lohnvorstellung zu hoch war?
In der Schweiz führt eine zu hohe Zahl selten zur sofortigen Absage. Häufiger kommt eine Rückfrage oder ein Gegenvorschlag – das ist ein gutes Zeichen, denn es heißt, man will Sie und arbeitet am Betrag. Fragen Sie dann nach der Begründung der Einstufung, bevor Sie sich bewegen.

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Ihre Zahl verdient einen Satz, der sie hält

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